Wie eine Bücherverbrennung erfunden wurde

In der vergangenen Woche veröffentliche Roland Tichy auf seinem Blog einen Beitrag, in dem er behauptete, „grün-rote Politkommissare“ hätten die Bestände der Stadtbibliothek Bad Dürrheim „zensiert“. 3.200 Bücher, die „offenkundig (…) gegen den staatlich verordneten Zeitgeist“ verstießen, seien in einer „überfallartigen Aktion“ aussortiert und vernichtet worden. Das perfide Ziel dahinter: Die „Umerziehung zum politisch korrekten Menschen.“ Und um die Dramatik noch ein wenig weiter zu steigern, stellte Tichy die Ausmusterung alter Medien in einer Provinzbücherei im Schwarzwald in die Tradition der Bücherverbrennung. Auf Twitter:

Tichy_Twitter

Und auf seiner Seite:

Tichy_Bücherverbrennung

Bücherverbrennungen sind im kollektiven Gedächtnis der Deutschen mit der Nazizeit verknüpft, doch gab es sie vereinzelt auch im Nachkriegsdeutschland – und zwar nicht nur in der DDR, sondern auch in der Bundesrepublik. Tichy illustriert seinen Beitrag mit einem Foto aus der DDR, aufgenommen im Jahr 1955. In seinem Text zieht er dann einen Bogen von den Scheiterhaufen der Nazis über das Verfeuern von „Schund- und Schmutzliteraur“ in der DDR, um schließlich in der Jetzt-Zeit bei der Aussortierung von Publikationen in der Stadtbibliothek Bad Dürrheim zu landen. Was ist geschehen?

Am 27. Juli fand in der dortigen Bücherei eine Bestandsrevision statt. Mitarbeiter der Freiburger „Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen“, die im Regierungsbezirk für die Beratung kommunaler Büchereien zuständig ist, sortierten 3.200 Bücher aus und warfen sie vermutlich ins Altpapier. Die Behörde sieht darin einen normalen Vorgang und verweist auf fachliche Richtlinien, die unter anderem vom Deutschen Bibliotheksverband herausgegeben werden. Sie sehen vor, dass 50 Prozent der Medien in einer Gemeindebücherei nicht älter als fünf Jahre sein sollen. An anderer Stelle wird eine jährliche Aktualisierung von zehn Prozent des Bestandes empfohlen. Weil kommunale Büchereien nun einmal keine Archive sind, landen landauf, landab ständig ausrangierte Büchereibücher im Altpapier, ohne dass davon irgendjemand Notiz nehmen würde. Oftmals geht es dabei um Reiseführer, Bewerbungsratgeber und ähnliche Publikationen, die nach einigen Jahren veraltet sind. Doch auch Werke, die nur selten ausgeliehen werden oder abgenutzt sind, verschwinden aus den Regalen. Ob sie verschenkt, verkauft oder weggeworfen werden, hängt auch von ihrem Wert und der Personaldecke in der jeweiligen Bibliothek ab – nicht selten ist der Altpapiercontainer die einfachste und kostengünstigste Lösung. Die Fachstelle jedenfalls betont auf Nachfrage, nach den gängigen Kriterien vorgegangen zu sein: Aktualität, Ausleihhäufigkeit und Zustand der Bücher.

In Bad Dürrheim schlug die Ausmusterungsaktion aus zwei Gründen hohe Wellen. Zum einen, weil 3.200 ausrangierte Medien für eine kleine Bibliothek eine stattliche Menge sind. Zum anderen, weil sich dort ehrenamtlich engagierte Bürger wie Karl Lotz für den Bestand der Bücherei interessieren und finden, dass alte Schriften aus dem Bereich Psychologie und Heimatkunde, die Werke Sigmund Freuds oder Studien über die alemannische Fastnacht nicht in die Mülltonne gehören. Der entscheidende Punkt aber ist: Niemand, auch nicht die vehementesten Kritiker der Ausmusterungsaktion, unterstellen, dass dabei begriffliche Kriterien eine Rolle gespielt hätten. Die Mitarbeiter des Regierungspräsidiums seien unsensibel vorgegangen und weit über das Ziel hinausgeschossen, sagt Lotz, doch handele es sich auf keinen Fall um eine politisch getragene Aktion. Roland Tichy behauptet hingegen:

Aber diesmal ging es wohl nicht um die übliche und nachvollziehbare Aktualisierung: Diesmal richtete sich die Aktion gegen Bücher mit „falscher“ Schreibweise. Das sind solche, die beispielsweise das Wort „Neger“ enthalten. Es traf auch Erich Kästner, Autor so berühmter Kinderbücher wie „Das fliegende Klassenzimmer“, „Pünktchen und Anton“, „Das doppelte Lottchen“. Offenkundig gelten seine Bücher in Baden-Württemberg als Provokation und Verstoß gegen den staatlich verordneten Zeitgeist der schulischen Umerziehung zum politisch korrekten Menschen.

Dass Tichy in seinem Text trotz (oder aufgrund) seiner steilen These ständig zu relativierenden Vokabeln wie „wohl“, „ganz offensichtlich“ und „offenkundig“ greift, hat einen einfachen Grund: Er stützt sich allein auf einen Artikel aus der Lokalpresse, wobei er einzelne Passagen aus dem Kontext reißt und im Rahmen seines Kreuzzugs gegen die „Political Correctness“ umdeutet. In Bad Dürrheim ist kein einziges Werk aufgrund des so genannten „Wordings“ aussortiert worden. Auch betraf die Aktion nur Sachbücher für Erwachsene. Eine Journalistin des Südkurier befragte eine Vertreterin der Fachstelle jedoch auch nach Beispielen für mögliche Kriterien bei einer eventuell in der Zukunft stattfindenden Bestandserneuerung von Kinder- und Jugendbüchern. In der Zeitung heißt es:

Bei Kinder- und Jugendliteratur weist die Bibliothekarin darauf hin, dass einige Bücher in alter Rechtschreibung verfasst seien, „wobei die richtige Schreibweise gerade für Kinder wichtig ist.“ Außerdem sei das so genannte Wording, also die Formulierung, in einigen Büchern nicht zeitgemäß. Christina Kälberer nennt etwa das Wort „Neger“, das noch in Klassikern vorkomme.

Tichy macht daraus:

Historisches Bewusstsein? Fehlanzeige, denn: „Richtige Schreibweise ist gerade für Kinder wichtig“, sagt Bücher-Verbannerin Christina Kälberer, um so die Aktion zu rechtfertigen. Auf die Idee, dass Literatur entsorgt werden muss, die nicht den neuen Rechtschreibregeln entspricht – darauf muss man erst mal kommen.

Mal davon abgesehen, dass kein einziges Buch wegen veralteter Orthographie selektiert worden ist: Auf die Idee, dass es verwerflich sein könnte, Kinder vornehmlich mit Büchern in jener Rechtschreibung zu versorgen, die von ihnen in der Schule tagtäglich verlangt wird – darauf muss man erst mal kommen. Doch darum geht es Tichy auch gar nicht:

Aber das Tor zur Hölle wird erst richtig weit geöffnet: So sei außerdem das „Wording“, also die Begrifflichkeit, in einigen Büchern nicht zeitgemäß. Christina Kälberer nennt etwa das Wort „Neger“, das noch in Klassikern vorkommt, berichtet der Südkurier. Jetzt leisten offensichtlich (sic!) die grün-roten Politkommissare im Gender-Land ganze Arbeit bei der beabsichtigten Umerziehung.

Ein solches Vokabular lässt befürchten, dass hier jemand den Bezug zur Realität verloren hat. Wenn sich Verlage entscheiden, in Neuauflagen einiger Kinderbuchklassiker Begrifflichkeiten zu verändern, wirkt sich das längerfristig zwangsläufig auf die Bibliotheksbestände aus. Natürlich verschwindet die Pippi-Langstrumpf-Ausgabe des Jahres 1990 irgendwann aus den Regalen und wird durch die Neuauflage des Jahres 2015 ersetzt. Und natürlich berücksichtigen Bibliotheken solche Aktualisierungen und betrachten sie als ein mögliches Kriterium dafür, dass ihr Bestand nicht mehr up to date ist. Es gibt viele gute Gründe dafür, sprachliche Änderungen in Kinderbüchern kritisch zu sehen. Und es gibt viele gute Gründe für die Ehrenamtlichen in Bad Dürrheim, sich über den Kahlschlag in ihrer Bücherei zu ärgern. Aber aus der Aussortierung alter Bücher in einer Gemeindebibliothek eine von höchsten staatlichen Stellen gesteuerte rot-grüne Umerziehungsaktion zu machen – darauf muss man erst mal kommen.

Von Teilen der neurechten Internet-Community wurde die Mär von der ideologischen Indoktrinierung unschuldiger Kinder durch eine beispiellose Büchervernichtung im „Gender-Land“ Baden Württemberg dankbar aufgegriffen. Als erstes berichtete das erzkatholische Portal kath.net, von hier aus verbreitete sich der Mythos weiter im Netz. Die antifeministische Seite sciencefiles.org dachte Tichys Analogie zwischen den Nazis von früher und den vermeintlichen PC-Ideologen von heute noch einen Schritt weiter und setzte den Umgang mit „Anti-Politischkorrekten“ mit der Judenverfolgung im Dritten Reich gleich. Tichys Standing als bekannter Journalist dient dazu, der Räuberpistole von der „Bücherverbrennung“ auch auf höchst unseriösen Portalen eine gewisse Glaubwürdigkeit zu verleihen – zu besichtigen etwa auf der Seite des Kopp-Verlages oder auf extremnews.de.

Aus Sicht der Fachstelle ist die Aussortierungsaktion ein übliches Vorgehen, um den Bibliotheksbestand aktuell zu halten. Für die Ehrenamtlichen ist sie eine beschämende Vernichtung von Kulturgut, das einen Wert unabhängig von seinem Marktpreis besitzt. In der Welt des Roland Tichy ist sie eine Bücherverbrennung „grün-roter Politkommissare“, die in der Tradition der nationalsozialistischen bzw. kommunistischen Diktatur steht.

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9 Gedanken zu “Wie eine Bücherverbrennung erfunden wurde

  1. haben die Ehrenamtlichen von Bad Dürrheim darüber nachgedacht, die aussortierten Bücher in einem offenen Bücherschrank auszustellen? Dann wandert zunächst nichts in den Altpapiercontainer?

    bin über bildblog hierher geführt worden 🙂

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  2. Ich hatte „sciencefiles.org“ einige Zeit wegen Artikeln in Richtung „kritische Wissenschaft“ ab & zu gelesen, …bis mir da irgendwas sehr unangenehm auffiel und ich prompt deren Adresse als „Lesezeichen“ in meinem Browser löschte und sie nie wieder aufrief oder gar las.
    Hatte ich mich also nicht geirrt.

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  3. Liebe Frau Schmidt,

    schön, dass Sie meinen Blog weiterempfehlen. Sie sollten ihn aber ganz lesen. Gefettet steht da: Vorsicht, Ironie. Sie verstehen nicht mal das. Nicht schlimm, humorfreie Menschen gibt es halt. Sie überlesen aber auch ganze Sätze: vom Shreddern statt brennen ist da die Rede, und bei der Bibliotheksverbrennung vom „falschen Wording“.

    Das unterschlagen Sie als Medienkritikerin in ihrer Pseudo-Medienkritik.

    „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“ – dieses Wort von Bert Brecht trifft auf Sie zu.

    Denn Sie stellen sich beschönigend in die Reihe der Unkulturtäter, und ja: Wehret den Anfängen.

    Da sind Sie nicht dabei sondern konstruieren Verdächtigungen. Wenn also irgendjemand das weiterverbreitet, der Ihnen nicht gefällt, wird das mir angelastet.

    Was Sie versuchen ist Verdächtigungsjournalismus.
    Natürlich könnte man Sie presserchtlich dafür belangen.
    Aber die Leser von Bildblog sind ja geschult in echter Medienkritik und ich erhalte mit diesem Absender ja viel Zustimmung.

    Daher:
    Viele Grüße, und blättern Sie mal in der Bibliothek der verbrannten Bücher. Sie werden staunen, was Sie da alles finden.

    herzlich
    Roland Tichy

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    • Lieber Herr Tichy,

      schön, dass Sie sich für meine Kritik an Ihrem Blogbeitrag interessieren, den ich nicht nur aufmerksam gelesen, sondern auch auf seine sachlichen Grundlagen überprüft habe.

      Nein, sie behaupten nicht, dass die Büchereibücher tatsächlich angezündet worden sind. Sie stellen die Ausmusterungsaktion in der Bibliothek lediglich in die Tradition der Bücherverbrennung – durch den Hinweis auf Twitter, die Überschrift des Beitrags, den ersten Satz im Text und die Bebilderung mit einem historischen Foto. Nichts anderes habe ich geschrieben.

      Dass es sich bei Ihren Ausführungen weitgehend um eine Polemik handelt, ist mir nicht entgangen. Doch lässt mich Ihr Kommentar ein wenig ratlos zurück: Sollte Ihr Vorwurf, in Bad Dürrheim seien in großem Unfang Bücher aufgrund unkorrekten Wordings und sonstiger Verstöße gegen einen angeblichen „staatlich verordneten Zeitgeist“ vernichtet worden, also lediglich ein Witz sein? In diesem Fall wäre die Anmerkung „Vorsicht: Ironie“ möglicherweise eine treffende Überschrift für den gesamten Beitrag gewesen. Sie überschreiben damit jedoch lediglich den letzten Absatz, in dem Sie sich unter anderem humoristisch den technischen Möglichkeiten für eine „ökologisch rückstandsfreie Bücherverbrennung“ widmen. Dieser Teil Ihrer Ausführungen war jedoch nicht Gegenstand meiner Kritik.

      Dass bestimmte Internetseiten Ihren Beitrag nur allzu gerne verbreiten, werfe ich Ihnen in persönlich mit keiner Silbe vor. Auch dafür, dass nicht wenige dieser Portale Ihre Darstellung weiter zuspitzen (etwa durch Formulierungen wie „Verschärfung der grün-roten Meinungsdiktatur“, „Gehirnwäsche im Sinne der links-grünen Weltordnung“ etc.) können Sie nichts. Wenn allerdings einer meiner Text ganz überwiegend von Internetseiten mit einer fragwürdigen politischen Tendenz und einem Hang zu Verschwörungsideologien rezipiert werden würde, würde ich durchaus darüber nachdenken, woran das liegen könnte. Sich darüber keine Gedanken zu machen, steht Ihnen selbstverständlich frei.

      Herzlich
      Wibke Schmidt

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  4. Ah – schauen wir mal, was schön weggelassen oder falsch wiedergegeben wurde:

    „Bei Kinder- und Jugendliteratur weist die Bibliothekarin darauf hin, dass einige Bücher in alter Rechtschreibung verfasst seien, „wobei die richtige Schreibweise gerade für Kinder wichtig ist.“ Ja ja, nur das damit NICHT DIE Bibliothekarin der Bücherei gemeint ist, sondern die entsorgende Dame vom RP.

    Die Stellungnahme der Bibliotheksleiterin fehlt hier nämlich (merkwürdigerweise?!): „Das sagt die Büchereileiterin: Regina Hofmann leitet seit 36 Jahren die Bad Dürrheimer Bücherei. Sie sagt, sie habe bislang immer nach Quotenvorgabe Bücher aussortiert und sei dazu auch weiterhin bereit gewesen. „Im vergangenen Jahr habe ich 500 Bücher aussortiert.“ Und je nach Etat aus dem städtischen Haushalt hat sie neue gekauft. Überrascht und entsetzt ist sie noch immer über das Vorgehen. Denn die Aktion wurde gerade an ihrem ersten Urlaubstag, dem 27. Juli, gestartet und ließ sich von Seiten des Regierungspräsidiums (RP) nicht verschieben.“

    Und wie hält es das RP mit der Zusammenarbeit mit dem örtlichen Personal? Nochmal Frau Hofmann: „Regina Hofmann schloss den Mitarbeitern die Bücherei auf, bot Hilfe an, diese wurde jedoch abgelehnt, sie weggeschickt.“

    „In Bad Dürrheim ist kein einziges Werk aufgrund des so genannten „Wordings“ aussortiert worden.“
    Ach? Wie sagte die Dame vom RP doch noch mal: „Außerdem sei das so genannte Wording, also die Formulierung, in einigen Büchern nicht zeitgemäß. Christina Kälberer nennt etwa das Wort „Neger“, das noch in Klassikern vorkomme.“

    Das mit den 3.200 Büchern rund 40 (VIERZIG!) Prozent des Bestandes (als ~ 8.000) Bücher aussortiert wurden – als das Vierfache der Empfehlung.

    Aussortiert wurden u.a. Sigmund Freud – wäre mir nicht bekannt, dass der in letzter Zeit neue Bücher geschrieben hätte. Allerdings gehört Freud m.W. nach immer noch zu denen, deren Bücher in unseren Universitäten! genutzt werden.

    Interessant ist auch, welche Frage hier NICHT gestellt wurde: Wie soll eine so kleine Bibliothek über 3000 aussortierte Bücher durch Neuanschaffungen ersetzen? Bei einem angenommenen Durchschnittspreis von 14 € pro Buch (Statista) wären das ja rund 45.000 €.

    Dann noch schnell ein Hinweis auf die „neurechte Internet-Community“ und Antifeministen, aha.

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  5. Keineswegs kann man dem Artikel m Südkurier entnehmen, dass die Bücher nach wissenschaftlichen Kriterien aussortiert wurden. Denn die Antwort des zuständigen RP erwähnt nur Allgemeinplätze. Auch das die verantwortlichen Personen nicht über die Aktionen informiert wurden, zeigt ganz deutlich, dass hier nur nach ideologischen und nicht nach wissenschaftlichen Kriterien vorgegangen wurde. Das hat die Kritikerin an Tichy wohl überlesen. Zusammenfassend kann man festhalten, dass die Autorin mit diesem Artikel nur ihre politische Auffassung kommunizieren wollte.

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  6. Es ist faszinierend, was alles in den Vorgang hineininterpretiert wird. Fakt ist, dass eine öffentliche Bibliothek aktuell sein muss. Sie hat keinen wissenschaftlich-forschenden und somit aufbewahrend-archivarischen Charakter. Dies bedeutet, dass der Bestand aktuell sein muss. Wie zu lesen ist, betraf auch der Großteil der Aussortierung Sachbücher, für die dies besonders gilt.
    Zu den Kinder- und Jugendbüchern: Diese werden im Regelfall natürlich am häufigsten entliehen und müssen daher auch regelmäßig ersetzt werden. Dass die Kolleginnen und Kollegen der Fachstelle Freiburg hier nach irgendwelchen ideologischen Gesichtspunkten vorgingen, kann ich mir nicht vorstellen. Dass natürlich Bücher, die noch in der alten Rechtschreibung vorliegen, bevorzugt ausgesondert werden, ist ebenfalls natürlich. Gerade Kinder- und Jugenbücher müssen der Rechtschreibregelung entsprechen, die in den Schulen gelehrt wird.

    Interessant ist die Frage, warum diese Aktion gerade in Bad Dürrheim durchgeführt wurde. Hierzu schreibt die Neckarquelle am 11.08.2015 folgendes: „Die Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen beim Regierungspräsidium Freiburg bot der Stadt an, sich um die Qualität und die Standards der Stadtbücherei zu kümmern. Das Angebot nahm Hauptamtsleiter Markus Stein gern an. Der Zustand der Stadtbücherei im Obergeschoss des alten Schulhauses sei nicht befriedigend, sagt er. „In mögliche Veränderungen wollen wir ganz sachte einsteigen“, sagt er und dass zu gegebener Zeit sich auch der Gemeinderat mit dem Thema befassen müsse.“ Und weiter: „Die Offerte aus Freiburg kam ihm nicht ungelegen, am 17. Juni fand ein Gespräch statt. Teilnehmer: Diplom-Bibliothekarin Gerti Dijoux, in der Fachstelle zuständig für die Betreuung der Kreise Rottweil und Schwarzwald-Baar, Hauptamtsleiter Markus Stein und Regina Hofmann, Leiterin der Stadtbücherei seit nun 36 Jahren.“

    Die ehrenamtliche Büchereileiterin wusste also seit dem 17.06., dass diese „Aktion“ geplant war, warum dann erst danach der große Aufstand?
    Dass die Kolleginnen der Fachstelle auf die Verwaltung in Bad Dürrheim zugekommen sind, lässt den Schluss zu, dass die Zustände in der dortigen Bibliothek vielleicht nicht so ganz zum Besten standen.

    Auch die Polemik, dass die Bücher verbrannt werden und damit ein Bogen geschlagen wird zu den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen, ist meiner Meinung nach billig.
    Natürlich hätte man einen Bücherflohmarkt o. ä. veranstalten können, aufgrund der Größenordnung der Aussortierungen erscheint mir dies allerdings recht schwierig.

    Und bevor mir jetzt wieder irgendjemand irgendwas unterstellt: Ich bin selbst Bibliothekar (also so ein ganz richtiger und kein ehrenamtlicher) und leite seit mittlerweile fast 20 Jahren hauptamtlich eine Stadtbibliothek.

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  7. Die jetzt verabschiedeten Genderisierungs- und Tolleranz- und Kinderfrühsexualisierungs-Gesetze der EU die dafür geschaffen wurden um den kritisch denkenden Menschen vor Gericht ziehen zu können, werden natürlich nicht vor den Bibliotheken haltmachen . Die absolute Gleichschaltung ist wichtig für ein kontrollfähiges EUvölkchen. Jeder anders denkender oder lesender ist da nur ein Störfaktor.
    Bloß weil sich das nur wenige vorstellen können heißt das nicht das es nicht geschied .

    Diese Büchervernichtung ist ganz klar eine logische Folge der EU-Schul-Politik.
    Da wird einem schlecht wenn man das ließt was die EU alles vorhat.

    Frau Schmidt glaubt noch an das gute in dieser EU-Weltpolitik und merkt nicht das gerade sie es ist die unsere Kultur damit vernichtet
    Gruß Stein

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